Feiertag

Die Neuseeländer feiern den Tag der Staatsgründung. Am 6. Februar 1840 wurde der aus mehreren Dokumenten bestehende Vertrag von Vertretern der Britischen Krone sowie der Maori unterzeichnet. Da die Art einiger Formulierungen des Textes aber in der sehr bildhaften Sprache der Maori zu großen Missverständnissen führte, gibt es bis heute immer wieder Anlass zu Streit und Protesten dagegen. 

Davon merken wir aber nicht viel, zumal wir selber etwas zu feiern haben. Der Tag startet für uns ganz zünftig mit einem kleinen Sektfrühstück.

Vorher . . .

. . . nachher

Danach machen wir uns auf, mit der Buslinie 3 nach Heathcote Valley zu fahren, einem Vorort im Südosten der Stadt. Eine Seilbahn bringt uns in ein paar Minuten hoch auf den 445 m hohen Mount Cavendish. Dort oben ist es ganz schön frisch und erstmal ist alles in Wolken gehüllt… wie schade, denken wir! Aber noch während wir auf der Aussichtsplattform des Seilbahngebäudes herumlaufen, bläst der stramme Wind plötzlich fast alles frei und wir können einen tollen Blick auf Christchurch und Umgebung genießen. Nach wenigen Minuten ist schon wieder alles in Watte gehüllt, wir haben echt Glück gehabt!

Ein wenig verfroren geht es per Bus wieder zurück in die Innenstadt. Beim Herumflanieren entdecken wir wieder ein paar schöne Street Art-Objekte.

Weiter geht’s zum Arts Centre, einem Komplex von insgesamt 23 Bauten aus den 1870er Jahren, in dieser Dichte einmalig in ganz Neuseeland. Ursprünglich Sitz der Universität und zweier Hochschulen beherbergen sie heute diverse Kunst- und Kultureinrichtungen. 

Von hier aus ist es nur ein kleiner Spaziergang bis zur Kunstgalerie mit ihrer auffälligen geschwungenen Glasfassade. Auch die Innenräume gefallen uns sehr gut. Schwerpunkt der Ausstellung sind Objekte neuseeländischer Künstler von der Kolonialzeit bis heute. Besonders interessant ist für uns, dass es sich um ein öffentliches Museum handelt, das für alle Besucher kostenfrei ist!

Nach einer kurzen Kaffeepause statten wir der Multimedia-Ausstellung Quake City einen Besuch ab. Hier wird sehr eindrucksvoll aus unterschiedlichen Quellen über die Auswirkungen der beiden heftigen Erdbeben von 2010 und 2011 berichtet. Insbesondere das Beben vom 22. Februar 2011 hatte verheerende Folgen für die Stadt und die umgebende Region. 185 Menschen kamen dabei uns Leben, große Teile der Innenstadt wurden zerstört bzw. derart in Mitleidenschaft gezogen, dass sie nicht mehr genutzt werden konnten. So erklärt sich auch für uns das etwas ungeordnet wirkende Stadtbild mit seinen teils sehr schicken und modernen Glaspalästen, aber auch vielen Brachflächen und Baulücken. Im Zuge des Wiederaufbaus hat die Stadt ein völlig anderes Gesicht erhalten, und dieser Vorgang ist demnach bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen.

Wir lassen diesen erlebnisreichen Tag ausklingen mit einem Spaziergang durch die Grünanlagen am Avon River, inzwischen in strahlendem Sonnenschein, morgen schon werden wir diese Stadt verlassen.

Eine Antwort auf „Feiertag“

  1. Hallo Ihr Beiden,
    ich habe heute angefangen, Euren Reisebericht zu lesen.
    Ich beneide Euch um die Zeit, die Ihr in NZ verbringen könnt.

    Die Fotos sind großartig. Einiges erinnert mich an unsere Reise in 2014.

    In Christchurch hat sich sehr viel getan. Bernd und ich waren im Februar 2014, also wenige Jahre nach den beiden Erdbeben dort. Da wurden gerade erst Container in der Innenstadt aufgestellt, in denen sich verschiedene Shops befanden.
    Die CentralStation war noch so, wie in dem Moment als die Menschen vor dem Erdbeben daraus flohen. Da gab es noch gedeckte Tische und umgestürzte Stühle.

    Ich wünsche Euch eine unvergessliche Zeit in NZ.
    Alles Liebe Karin

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